Wenn Viren durchs Netz schlüpfen
Medikamente aus Blut können trotz Vorsichtsmaßnahmen Krankheiten übertragen
(djd). Zu Beginn die gute Nachricht: Blutspenden sind in Deutschland seit 2001 erheblich sicherer geworden. Seit acht Jahren müssen die Mitarbeiter von Blutbanken alle Blutkonserven filtrieren, um die darin enthaltenen weißen Blutkörperchen auf ein Minimum zu reduzieren. Denn für den Empfänger des Spenderblutes oder für Medikamente, die daraus hergestellt werden, sind die "Weißen" gefährlich. Sie transportieren oft Krankheitserreger, beispielsweise bestimmte Viren, die den Patienten anstecken können. Möglicherweise überträgt sich auf diese Weise sogar die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.
Die Filterung kann versagen
Die schlechte Nachricht: Diese Filtration funktioniert nicht immer 100-prozentig. Ein Filter kann kaputtgehen - die Aussonderung der weißen Blutkörperchen kann aber auch aus anderen Gründen missglücken. Aus Spenderblut hergestellte Medikamente können daher potenziell gefährlich sein. Davon betroffen sind besonders Patienten, die an der Bluterkrankheit (Hämophilie) leiden.
Vor den Gefahren warnt auch die Virologin Professor Susanne Modrow vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg. In einer groß angelegten Studie konnte sie nachweisen, dass Blut häufig mit Viren verseucht ist, die sich nicht herausfiltern lassen. "Jedes aus Menschen oder Tieren gewonnene Produkt ist potenziell mit Infektionserregern belastet, die beim Menschen Krankheiten auslösen können", warnt Modrow. Als besonders gefährlich schätzt die Wissenschaftlerin neue Varianten bekannter Viren oder neue, noch nicht erforschte Infektionserreger ein.
Es gibt Alternativen
Bei Medikamenten, die aus Blut hergestellt werden, kann das zu Problemen führen. Zum Glück gibt es Alternativen: Präparate, die synthetisch, also ohne Blut und damit absolut rein, gewonnen werden. Sie werden als rekombinante Faktorenpräparate bezeichnet. Wer sie einnimmt, ist nicht dem Risiko ausgesetzt, an Creutzfeldt-Jakob oder anderen, noch unbekannten Erregern zu erkranken.
--- Daten/Fakten oder Kurztext ---
Professor Susanne Modrow vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg konnte in einer groß angelegten Studie nachweisen, dass Blut häufig mit Viren verseucht ist.
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