Gesundheits-News

Unerkannte Gefahr für Umwelt und Gesundheit
Grundstückseigentümer sind für dichte Abwasserleitungen verantwortlich


(djd/pt). Große Typhus- und Choleraepidemien hat es in Nordrhein-Westfalen seit mehr als 100 Jahren nicht mehr gegeben. Eine gründliche Hygiene und vor allem die perfekt funktionierende Abwasserkanalisation haben diese Krankheiten verdrängt. Das soll auch in Zukunft so bleiben. "Hunderte Kilometer an öffentlichen und auch privaten Abwasserleitungen in NRW sind in die Jahre gekommen. Unerkannte Schäden können dazu führen, dass das Erdreich und das Grundwasser mit Krankheitserregern belastet werden", berichtet Gerhard Treutlein, Geschäftsführer des Verbands der Rohr- und Kanal-Technik-Unternehmen (VDRK). Er weist darauf hin, dass jeder Grundstücksbesitzer selbst für einen einwandfreien Zustand seiner Leitungen verantwortlich ist.

Kanal-Check gibt Sicherheit

Beschädigte Rohre oder in Muffen eingewachsene Wurzeln können dazu führen, dass belastetes Abwasser ungereinigt ins Erdreich sickert. Vor allem in Regionen mit einem großen Altbaubestand sei das Risiko nach den Worten des Experten groß. Doch nicht nur Gesundheit und Hygiene sind gefährdet: Ebenso leidet die Bausubstanz, bis hin zur Bildung von Schimmel. Für Klarheit sorgt einfach und schnell eine Überprüfung mittels ferngesteuerter Videokamera. Direkt auf dem Bildschirm lassen sich vom Fachmann eventuelle Schäden erkennen. "Diese Überprüfung ist sicher und kostet bei der Durchführung durch zertifizierte Unternehmen für ein durchschnittliches Eigenheim nur 300 bis 500 Euro", berichtet Treutlein weiter.

Auf Zertifizierungen achten

Auch wenn die Landesregierung derzeit die Fristen zur Dichtheitsprüfung neu regelt, ist für den Experten klar: "Jeder Eigentümer ist für den Zustand der Leitungen auf dem eigenen Grund und Boden verantwortlich. Mit einer Dichtheitsprüfung ist man somit auf jeden Fall auf der sicheren Seite - und tut zugleich etwas für den Schutz von Umwelt und Gesundheit." Bei Altbauten wird alle 20 Jahre ein Kanal-Check empfohlen, Eigentümer sollten bei der Auswahl der Fachfirmen auf entsprechende Zertifizierungen achten. Unter www.vdrk.de lassen sich Fachleute vor Ort bequem mittels Umkreissuche finden.

--- Daten/Fakten oder Kurztext ---
Der TÜV für den Kanal

(djd). Kanal-Experten können unterirdische Abwasserleitungen in kurzer Zeit überprüfen: Zunächst wird die Grundstücksentwässerungsanlage sorgfältig per Hochdruck gereinigt, anschließend mittels einer Spezialkamera optisch kontrolliert. Wenn keine Schäden erkennbar sind, gilt die Abwasseranlage als dicht. Alternativ kann auch mit Wasser geprüft werden: Dazu werden die Leitungen abgesperrt und danach mit Wasser befüllt. Dabei muss innerhalb der vorgegebenen Prüffristen ein maximal zulässiger Wasserverlust eingehalten werden. Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es unter www.vdrk.de im Internet.

Per ferngesteuerter Videokamera lässt sich der Zustand von unterirdischen Abwasserleitungen fachgerecht überprüfen.
Per ferngesteuerter Videokamera lässt sich der Zustand von unterirdischen Abwasserleitungen fachgerecht überprüfen.

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