Gesundheits-News

Stillhalten ist keine Strategie
Der richtige Umgang mit dem Schmerz


(djd/pt). Unter Kopf-, Rücken-, Muskel- und Gelenkschmerzen hatte wohl jeder schon einmal zu leiden. So plötzlich diese Symptome auftreten, so hartnäckig bleiben sie oft bestehen und wachsen sich manchmal sogar zu einer chronischen Erkrankung aus. Der Betroffene reagiert auf die Beeinträchtigung automatisch mit "Stillhalten und Abwarten". Wenn sich diese natürliche Schonhaltung jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg erstreckt, ist das zumindest bei vielen nicht verletzungsbedingten Alltagsschmerzen keine gute Strategie: Ohne Bewegung werden Muskeln, Sehnen und Bänder immer schwächer, so dass ihre stützende Funktion fehlt. Wirbelsäule und Gelenke werden noch stärker belastet - die Schmerzen nehmen zu. Ausnahme ist die Migräne, bei der Bewegung die Symptome verschlimmert. Wichtig ist, dem Schmerz nicht nachzugeben, sondern aktiv mit ihm umzugehen (weitere Informationen unter www.gegen-alltagsschmerz.de).

Betroffene richtig unterstützen

Gute Freunde und Partner können eine aktive Schmerzbewältigung fördern und dazu beitragen, die Schmerztoleranz zu erhöhen. Für eine richtige Unterstützung ist aber auch das Wie der Zuwendung ausschlaggebend. Bei akuten Schmerzen ist die direkte Aufmerksamkeit wichtig und sinnvoll. Bei wiederholten und chronischen Schmerzen sollte die Zuwendung jedoch nicht dann erfolgen, wenn der Betroffene Schmerzen äußert, sondern losgelöst davon und regelmäßig. "Der Patient lernt sonst unbewusst: Wenn ich klage, bekomme ich Zuwendung", erläutert Professor Dr. Harald Traue, Schmerzexperte an der Uniklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Ulm. "Dies führt aber letztlich zu einer Konditionierung, die das Schmerzerleben fördert und die Bereitschaft zur Aktivität lähmt."

Mehrstufige Behandlung

Damit Schmerzen nicht chronisch werden, sollte die Ursache beseitigt und eine rasche Linderung herbeigeführt werden. Ein wesentlicher Bestandteil der Akuttherapie sind verträgliche Schmerzmittel wie Aspirin. Sie aktivieren die Abwehrmechanismen des Körpers, indem sie die Schmerzbotenstoffe stoppen und Entzündungen hemmen. Neben der medikamentösen Behandlung sind Bewegung, Entspannung sowie kreative Tätigkeiten sinnvoll, um Schmerzen zu begegnen. Ideal zur Vorbeugung von akuten Alltagsschmerzen sind Ausdauersportarten wie Radfahren, Wandern, Schwimmen oder Walken, die auch gemeinsam ausgeübt werden können.

Der Schmerzreiz wird über Sensoren im Gewebe wahrgenommen und über Nervenbahnen im Rückenmark zum Gehirn geleitet.
Der Schmerzreiz wird über Sensoren im Gewebe wahrgenommen und über Nervenbahnen im Rückenmark zum Gehirn geleitet.

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