Kurzschluss im Nervensystem?
Moderne Behandlungsmethoden bremsen Multiple Sklerose
(djd/pt). Sehstörungen, Gehstörungen, Rollstuhl - so oder ähnlich lauten die gängigen Vorteile über den Krankheitsverlauf von Multipler Sklerose (MS). Die Unwissenheit über die häufig in Schüben auftretende Erkrankung des zentralen Nervensystems, die meist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren beginnt, ist eklatant. Wie die Ergebnisse einer europaweiten Umfrage belegen, glauben 80 Prozent der Deutschen, MS gehe zwingend mit einem Leben im Rollstuhl einher. Knapp 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Betroffenen schon in jungen Jahren ihrem Leiden erliegen.
Langzeittherapien wirken
Doch die öffentliche Wahrnehmung der Erkrankung, von der in Deutschland rund 120.000 und weltweit etwa 2,5 Millionen Menschen betroffen sind, hat mit der Realität wenig zu tun. Heutzutage können MS-Patienten mit einer konsequenten medizinischen Versorgung ein aktives und selbstbestimmtes Leben führen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Gehbehinderung mit fortschreitender Erkrankung steigt, kommen mehr als ein Drittel der Betroffenen ein Leben lang ohne Rollstuhl oder Gehstock aus. Während akut auftretende MS-Schübe im Allgemeinen mit Kortison behandelt werden, gibt es inzwischen wirksame Therapien mit Interferon beta. Wie Langzeitstudien belegen, können insbesondere Interferon beta-1a-Präparate wie Rebif das Fortschreiten der Erkrankung wesentlich verzögern, körperliche Beeinträchtigungen mindern und die Schubrate maßgeblich senken.
Die MS schläft nie
Was viele Betroffene jedoch gerne verdrängen, ist die Tatsache, dass die Krankheit selbst dann aktiv ist, wenn sie sich nicht mit Schüben bemerkbar macht. Umso wichtiger ist es daher, dass Patienten ihre Therapie fortsetzen, auch wenn sie sich fit und belastbar fühlen. Um die Motivation für eine Dauertherapie zu stärken, ist der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen in Patientenforen, z.B. unter www.leben-mit-ms.de, hilfreich. Über die MS-Infoline - Tel.: 0800-7324344 - können Informationsmaterialien wie das MS-Magazin "msdialog" oder die neue Informationsbroschüre für Betroffene "Mein Leben mit MS" kostenlos bestellt werden und Patienten erhalten kompetente Antworten auf ihre Fragen.
Trotz MS fit und mobil - eine Patientenbroschüre hilft die richtige Therapie zu finden.
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