Gesundheits-News

Gibt es die Zwei-Klassen-Medizin?
Kassenpatienten fühlen sich schlechter behandelt - anscheinend haben sie Recht


(djd/pt). Viele Patienten haben es geahnt, und für Gesprächsstoff sorgt das Thema schon lange: Kassenpatienten werden angeblich in Arztpraxen und Krankenhäusern schlechter behandelt als Privatpatienten. Eine Studie der Uni Köln hat diese Vermutung nun erstmals wissenschaftlich bestätigt: Kassenpatienten müssen im Durchschnitt dreimal so lange auf einen Termin beim Facharzt warten wie privat Versicherte. Die Wissenschaftler kontaktierten 189 niedergelassene Fachärzte im Rheinland. Telefonisch gaben sie sich entweder als Kassen- oder Privatpatienten aus und baten um eine Untersuchung. Gezählt wurden dann die Werktage zwischen dem Anruf und dem Termin. Den größten Unterschied gab es bei der Magenspiegelung: Während Privatpatienten im Schnitt nach 11,9 Werktagen einen Termin hatten, mussten Kassenpatienten 36,7 Werktage warten.

Der "kleine" Unterschied - auch im Krankenhaus

Eine Umfrage von TNS Emnid belegt, dass die Bundesbürger auch im Krankenhaus eine bessere Behandlung von Privatpatienten gegenüber Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung sehen. 57 Prozent der Befragten meinten, dass Privatpatienten in jedem Fall eine bessere Versorgung erhalten, 34 Prozent vermuteten dies zumindest gelegentlich. Nur acht Prozent sahen alle Patienten gleich gut behandelt. Wer also als Kassenpatient mehr will als die medizinische Grundversorgung, sollte sich durch den Abschluss einer privaten Zusatzversicherung die entsprechenden Leistungen im Krankheitsfall sichern.

Die "erste Klasse" ist nicht teuer

Die Kostenerstattung für die Chefarztbehandlung ist der wichtigste Teil dieser Police. Kassenpatienten haben in der Regel nur Anspruch auf Behandlung durch den diensthabenden Arzt. Hinzu kommen die freie Klinik- und Arztwahl sowie der Komfort eines Zweibettzimmers. Einen besonders günstigen Zusatztarif offeriert beispielsweise der Direktversicherer KarstadtQuelle Versicherungen (www.kqv.de). Ein 43-jähriger Mann, der den "Krankenhaus-Plus-Tarif" neu abschließt, zahlt nur 33,14 Euro im Monat, bei einer gleichaltrigen Frau werden sogar nur 32,56 Euro fällig.

--- Daten/Fakten oder Kurztext ---
Chefarzt erwünscht - aber günstig soll er sein

- 57 Prozent der Deutschen glauben, dass ein Privatpatient in der Klinik in jedem Fall eine bessere medizinische Versorgung erhält als ein Kassenpatient.
- 34 Prozent meinen, dass dies zumindest gelegentlich der Fall ist.
- Acht Prozent sehen Privat- und Kassenpatienten gleich behandelt.

Das Gesundheitssystem ist den Bundesbürgern schon teuer genug: Eine "First-class"-Behandlung ist erwünscht, soll aber nicht zu viel extra kosten.

- Für 35 Prozent der Befragten ist bei einer Zusatzpolice ein möglichst geringer Beitrag wichtig.

Quelle: TNS Emnid 2008, befragt wurden 500 Personen


Die Behandlung durch den Chefarzt ist den Deutschen lieb - teuer sollte die entsprechende Zusatzpolice aber nicht sein.
Die Behandlung durch den Chefarzt ist den Deutschen lieb - teuer sollte die entsprechende Zusatzpolice aber nicht sein.

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