Folter für die Ohren
Die schrecklichsten Geräusche der Welt
(djd/pt). Erbrechen ist für die meisten Menschen das schlimmste Geräusch. Das fanden kürzlich Forscher der Universität Salford in Manchester heraus. Sie befragten via Internet rund eine Million Menschen auf der ganzen Welt. Ganz oben in der Hitliste der Ekelgeräusche lagen außerdem die Rückkoppelung eines Mikrophons, das Kratzen und Quietschen eines bremsenden Zuges, die ratternde Kettensäge und die falsch gespielte Geige. Auch Handy-Klingeltöne, Furzkissen und nervige Streits in einer Soap Opera sind "beliebte" Gruselgeräusche.
Kämpfer gegen unangenehme Geräusche
Dass das Ausmaß störenden Lärms zugenommen haben, steht für die Forschung außer Frage. Parallel zu dieser Entwicklung entstehen immer mehr Initiativen gegen nervtötenden Krach wie etwa die Schweizer "Liga gegen den Lärm" (www.laermliga.ch). In Deutschland gibt es "Pipe down" (www.pipedown.de), einen "Gemeinnützigen Verein für das Recht auf Stille", der auch von Altkanzler Helmut Schmidt unterstützt wird. Auch beim Handy ist Entspannung in Sicht. "Handy-Klingeltöne sollten nicht nervtötend und unangenehm sein", findet Alexander Gautsch. Weil für ihn fiependes Handygedudel das unangenehmste Geräusch der Welt ist, hat der Mozart-Fan jetzt die weltweit erste Online-Plattform mit Klingeltönen aus Werk-Sequenzen des großen Komponisten ins Leben gerufen (www.mozartones.de). Schließlich weiß inzwischen auch die Wissenschaft, dass Mozarts Musik ausgleichend aufs Gemüt wirken kann.
Lärm kann auch krank machen
Bleibt nur zu hoffen, dass die lieblichen Töne aus Zauberflöte und Co. bald "Fliegeralarm", "Sirene" und andere Horror-Klingeltöne zum verstummen bringen und dass die Anti-Lärm-Initiativen Erfolg haben. Denn Krach stresst nicht nur, er macht auch krank, wie Birgit Ramin, die Leiterin des Bereichs Hörakustik bei der Phonak GmbH (www.phonak.de) weiß: "Jeder Vierte unter 24 Jahren hört schlecht und bereits 14 Prozent aller 14-Jährigen haben Hörprobleme", so ihr alarmierender Hinweis.
Dauerlärm geht uns nicht nur "auf den Wecker" - er kann auch krank machen.
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