Gesundheits-News

Ein Gläschen in Ehren?
Wie Alkoholabhängigkeit beginnt - und wie man den Teufelskreis durchbrechen kann


(djd/pt). "Zu Hause wurde Bier getrunken, auf Tagungen und Dienstreisen war die Hotelbar der Treffpunkt am Abend. Morgens stand man wieder auf der Matte - Stehvermögen gehörte ja zum guten Ton." Harald B. erzählt, wie seine Alkoholsucht mit den üblichen gesellschaftlichen Gepflogenheiten begann. Von den 15 Berufsjahren, in denen er trank, waren zwölf problemlos. Erst nach einem Stellenwechsel kam der Teufelskreis des Kontrollverlusts in Gang. Mit Bier, Wein und Schnaps versuchte Harald B., den zunehmenden Stress abzubauen. Erst als er mit 1,9 Promille einen Unfall verursachte und den Führerschein verlor, begab er sich in Behandlung.

Endgültige Heilung gibt es nicht

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen schätzt die Zahl der behandlungsbedürftigen Alkoholkranken auf rund 1,3 Millionen, über zehn Millionen Bundesbürger trinken zu viel. Neben der akuten Toxizität des Alkohols treten auch neurologische und psychiatrische Spätfolgen bei chronischem Missbrauch auf. Eine endgültige Heilung von der Sucht gibt es nicht - das Ziel einer medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung ist die vollständige, lebenslange Abstinenz bei langfristiger Rückfallfreiheit. Die Therapie beginnt mit dem akuten Entzug, der stationär oder ambulant durchgeführt wird.

Neues Medikament unterstützt Therapie

Nach dem Entzug unterstützen Medikamente die weitere Behandlung. Neu auf dem deutschen Markt ist das rezeptpflichtige Mittel "Adepend" mit dem Wirkstoff Naltrexon. Es kann nach der Entgiftung das Rückfallrisiko verringern, das Verlangen nach Alkohol mindern und so die Abstinenz unterstützen. Professor Dr. Falk Kiefer, stellvertretender ärztlicher Direktor der Klinik für abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim: "Abhängige können bei der Alkoholentwöhnung von der Therapie mit Naltrexon profitieren, die Zeit bis zum 'first drink' sowie bis zum Rückfall ist im Vergleich zu einer Behandlung mit Placebos eindeutig länger." Bei einer Langzeitbehandlung kommt es, anders als bei bisher verfügbaren Präparaten, weder zu körperlicher noch zu psychischer Abhängigkeit.

--- Daten/Fakten oder Kurztext ---
In über 25 Studien erfolgreich getestet

Die Wirksamkeit des Wirkstoffs Naltrexon zur Verringerung des Rückfallrisikos bei Alkoholkranken wurde in über 25 Studien an mehr als 3.000 Patienten weltweit untersucht und nachgewiesen. Professor Falk Kiefer: "Die Tests gingen über eine Behandlungsdauer von drei bis zwölf Monaten und ergaben eine Verminderung der Häufigkeit von Therapieabbrüchen." Die Dauer der Anwendung ist individuell verschieden. Unter www.adepend.de gibt es mehr Informationen.

Eine endgültige Heilung von der Sucht gibt es nicht.
Eine endgültige Heilung von der Sucht gibt es nicht.

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