Der Verdauung muss man Beine machen
Gerade an Feiertagen sollte Bewegung nicht zu kurz kommen
(djd). Ob auf Weihnachtsmärkten, Adventsfeiern oder an den Feiertagen im Kreis der Familie - im Winter wird oft hemmungslos geschlemmt. Was bei der wochenlangen und zumeist ballaststoffarmen Völlerei zu kurz kommt, ist Bewegung. Dies zeigt sich zum Jahreswechsel nicht nur mit ein paar zusätzlichen Pfunden auf der Waage. Auch der Magen-Darm-Trakt wird träge und reagiert häufig mit Verstopfung. Damit es gar nicht erst so weit kommt, raten Experten, längere Spaziergänge zu machen oder öfter auf den Hometrainer zu steigen. Neben Wanderungen, Gymnastik und Schwimmen gehört vor allem Radfahren zu den sportlichen Aktivitäten, die den Darm auf Trab bringen und den Beckenboden schonen.
Bloß kein Zwang
Ein aktiver Darm ist für das Wohlbefinden entscheidend. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich damit die unangenehmen Folgen einer Verstopfung in Form von vergrößerten Hämorriden verhindern lassen. Die schmerzhaften Vorwölbungen des Gefäßgeflechts am unteren Darmausgang bilden sich vor allem bei zu langen Toilettengängen und Versuchen, mit starkem Pressen den Stuhlgang zu erzwingen (Selbsttest und Infos unter www.haemorriden.net). Die Erkrankung verläuft in vier Stadien und kann von ersten Symptomen, wie leichten Blutungen, Brennen, Nässen und Juckreiz bis hin zu starken Schmerzen und Stuhlinkontinenz führen.
Salbe aktiviert Abwehrkräfte
Je früher Betroffene gegen Hämorriden aktiv werden, desto besser. Um erste Symptome zu lindern, gibt es in der Apotheke wirksame und gleichzeitig gut verträgliche rezeptfreie Medikamente in Form von Salben oder Zäpfchen. "Liegen akute Beschwerden wie Juckreiz, Brennen oder Schmerzen vor, empfiehlt es sich, eine Salbe wie Posterisan akut zu verwenden", rät Meike Criswell. "Sie enthält ein lokal wirksames Schmerzmittel, das die Beschwerden innerhalb kurzer Zeit lindert." Zur weiteren Behandlung empfiehlt die erfahrene Berliner Apothekerin das bewährte Präparat mit einer Bakterienkultursuspension anzuwenden - sein natürlicher Wirkkomplex regt die Hautregeneration und die Wundheilung an.
--- Daten/Fakten oder Kurztext ---
Operation erst im letzten Stadium
Wer erste Anzeichen für ein Hämorridalleiden feststellt, sollte einen Proktologen aufsuchen. Der Facharzt untersucht mit Hilfe einer schmerzfreien Enddarmspiegelung (Proktoskopie) den Analkanal, die Hämorriden und den gesamten Anogenitalbereich. Vergrößerte Hämorriden im ersten und zweiten Stadium können mit Hilfe von Salben und einer Umstellung der Lebensweise behandelt oder auch verödet werden. Im zweiten und dritten Stadium ist das Abbinden (Ligatur) möglich. Erst wenn sich die Gefäßknoten massiv nach außen wölben und nicht mehr zurückdrücken lassen, ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich.
Auch Schwangere sollten ihrer Verdauung zuliebe in Bewegung bleiben, sonst kann ein Hämorridalleiden drohen.
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