Gesundheits-News

100 Tage Husten?
Alarm für Großeltern, Gefahr für Babys: Keuchhusten auf dem Vormarsch


(djd/pt). Als "100-Tage-Husten" fürchten ihn die Chinesen, und auch hier in Deutschland liegt die Dauer der Erkrankung bei Keuchhusten bei bis zu zwölf Wochen. Doch während Keuchhusten früher als reine Kinderkrankheit galt, zeigten Untersuchungen in den vergangenen Jahren, dass immer öfter Jugendliche und Erwachsene daran erkranken. Sieben von zehn der Patienten sind über 15 Jahre alt, jeder Dritte ist sogar älter als 45 Jahre. Experten schätzen, dass Jahr für Jahr allein in Deutschland 110.000 Erwachsene an Keuchhusten leiden. Diese Zahlen bedeuten für so manche Familie eine verborgene Gefahr - gerade wenn ein Enkelkind unterwegs ist.

Alarm für Großeltern

Viele Senioren freuen sich darauf, sich intensiv mit den ersten eigenen Enkeln zu beschäftigen. Schon bei der Vorbereitung auf den neuen Erdenbürger wird fleißig mitgeholfen - etwa mittels finanzieller Unterstützung für die Einrichtung des Kinderzimmers, den Kauf des Kinderwagens und der vielen anderen Dinge, die junge Eltern so brauchen. Gesundheitliche Aspekte jedoch - etwa die Gefahr einer Keuchhusteninfektion - werden über den Anschaffungen und der Vorfreude allzu leicht vergessen.

Empfehlung der Impfkommission beachten

Nicht umsonst rät die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) zur Keuchhusten-Auffrischimpfung für alle Personen, die Kontakt zu Säuglingen haben, etwa Eltern, Großeltern, Tagesmütter oder Babysitter. Die Kasse zahlt, eine Praxisgebühr wird nicht fällig. Noch einen Schritt weiter geht die Sächsische Impfkommission: Sie empfiehlt die Keuchhustenimpfung sogar als Regel-Auffrischimpfung alle zehn Jahre - für jeden. In anderen Ländern, wie den USA oder Österreich, ist dies längst Standard. Die Website www.impfenaktuell.de bietet weitere Informationen zum Thema Keuchhustenimpfung.

--- Daten/Fakten oder Kurztext ---
Bakterien als Auslöser

Keuchhusten wird durch Bakterien, Bordetella pertussis, ausgelöst, weshalb die Erkrankung auch Pertussis heißt. Im Mikroskop sehen die Bordetellen harmlos aus - kleine, unbewegliche Stäbchen, die von einer Hülle umgeben sind. Doch die Winzlinge haben es in sich: Sie heften sich mit ihrer klebrigen Oberfläche an die Schleimhäute der Atemwege. Dort vermehren sie sich und setzen Giftstoffe frei, durch welche die Atemwegsschleimhäute zerstört werden und die eigentliche Krankheit ausgelöst wird. Durch Husten, Niesen oder über die Atemluft (Tröpfcheninfektion) wird der Erreger übertragen. Keuchhusten ist hoch ansteckend.


Wenn ein Husten einfach nicht weichen will, könnte es sich auch um Keuchhusten handeln.
Wenn ein Husten einfach nicht weichen will, könnte es sich auch um Keuchhusten handeln.

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